25 Jahre AIM-D

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Ein würdiger Anlass zum Feiern!

Seit dem 4. Februar 1994 setzt sich AIM-D e.V. als Industrieverband für automatische Identifikation, Datenerfassung und mobile Datenkommunikation in Deutschland, Österreich, Schweiz und Europa ein.

Der Verband mit Sitz in Lampertheim vertritt die Interessen von Industrie, Forschung und Politik. Heute beherbergt AIM-D über 120 Unternehmen aus den Identifikationstechnologien Barcode, RFID, NFC, RTLS, OCR und Chipkarten. Die Mitglieder organisieren sich in 6 Arbeitskreisen zu Themen wie z. B. Security, RFID & Sensorik und RTLS.

Einen Blick in die Zukunft werfen Peter Altes, Geschäftsführer, und Frithjof Walk, Vorstandsvorsitzender, AIM-D, im Interview mit RFID im Blick.

Von Anja Van Bocxlaer, Chief Editor, Event Manager and Publishing Director, Verlag & Freie Medien

Anja Van Bocxlaer
Anja Van Bocxlaer
Chefredakteurin
Lüneburg bei Hamburg, Deutschland
Jan Phillip Denkers
Jan Phillip Denkers
Stellvertretender Chefredakteur
Lüneburg, Deutschland

Die Stimme von AIM Deutschland wird von der europäischen Politik gehört

Herr Walk, was war der Anlass für die Gründung von AIM-D e.V.?

Frithjof Walk: Mit der Gründung von AIM Global in den USA zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem europäischen AutoID-Markt. Diese Erkenntnis motivierte die Gründungsidee für einen Verband mit einer europäischen Perspektive auf AutoID-Projekte und -Technologien. Schnell wurden aber auch innerhalb Europas regionale Unterschiede sichtbar.

Als die AutoID-Branche Anfang der 90er Jahre die kritische Masse erreichte, wurde 1994 der Landesverband AIM-D e.V. gegründet und kurze Zeit später auch die Grundsteine für weitere europäische Landesverbände gelegt. Bis heute fungiert AIM Europe, 2014 gegründet, als Dachorganisation der regionalen Ländervertretungen.

Zukünftig soll die europäische Zusammenarbeit stärker gefördert werden. Denn insbesondere im Hinblick auf die europäische Gesetzgebung ist die Aufklärungsarbeit auf breiter und überregionaler Verbandsebene notwendig.

25 Jahre sind aus technologischer Perspektive eine lange Zeit – welche Technologien standen damals im Fokus?

Frithjof Walk: Als AIM-D seine Arbeit aufnahm, standen tatsächlich noch die Weiterentwicklung von Barcodes und die Grundlagen von 2D-Codes im Fokus.

Die heutigen technologischen Möglichkeiten eröffneten sich erst in den 2000er Jahren durch die von AIM-D entwickelten Standards.

Hier zeigte sich die Energie des Verbandes, denn die Entwicklung der notwendigen Standards war ganz klar ein Ergebnis der gemeinsamen Interessen der Unternehmen. Die logische nächste Aufgabe bestand in der Qualitätssicherung der Codes und Prüfverfahren. An der Entwicklung dieser Verfahren arbeitete AIM-D mit.

Die Evaluierung der Identifikationstechnologien hin zu RFID und NFC brachte im Hinblick auf Standards, biometrische Verfahren, rechtliche Fragen und Datenschutz eine Vielzahl neuer Herausforderungen mit sich.

Herr Altes, welche Funktionen sind Ihrer Meinung nach besonders hervorzuheben im Hinblick auf AIM-D e. V.?

Peter Altes: Eine Einmischung in die Politik und Lobbyismus waren nie die vorrangigen Ziele von AIM-D. Als Non- Profit-Organisation stehen vielmehr die Abstimmung und Harmonisierung der Technologien im Vordergrund unserer Aufgaben.

Die zahlreichen aktiven Arbeitskreise beeindrucken durch hervorragende gemeinschaftliche Ergebnisse. Dazu gehören White Paper im Bereich NFC und RTLS und die Companion Specifications OPC UA für AutoID Devices, welche wir gemeinsam mit der OPC Foundation Europe erarbeitet haben.

Derzeit bündeln die zwei neu gegründeten Arbeitskreise RFID & Sensorik und AutoID und Security ihre Erkenntnisse zu Ergebnispapieren, die allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Den Mitgliedern die Vorteile aus aktiven Kooperationen mit dem VDA, der OPC Foundation und weiteren Organisationen zur Verfügung zu stellen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Verbandes.

Herr Walk, Sie führen den Verband bereits seit etlichen Jahren aktiv als Vorstand. Wie hat sich die Verbandsarbeit über die letzten Jahre verändert?

Frithjof Walk: Zu Beginn der Verbandsarbeit waren die Themen häufig Bits & Bytes: der Drucker, der Reader, die Tags. Heute wird die Funktionalität der Hardware als selbstverständlich vorausgesetzt und stellt keine große Herausforderung mehr da.

Wir stellen in den Gesprächen mit Mitgliedern eher fest, dass Unternehmen sich mit konkreten Lösungen und deren Vorteilen auseinandersetzen und die Integration im Mittelpunkt steht. Dadurch erhöht sich die Komplexität der Themen.

Auch das Engagement der einzelnen Mitglieder hat sich verstärkt. Die Unternehmen bringen aktiv Fachwissen in die Verbandsarbeit und Arbeitsgruppen ein.

Wachstum zeichnet sich auch auf dem Gebiet der Kooperationen ab. Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden wie dem VDA, dem NFC-Forum und der OPC Foundation ist intensiver. Das aktive Networking und der Austausch zu Fachfragen hat insgesamt zugenommen und erspart allen Mitgliedern Zeit, Kosten und Ressourcen und steigert somit die Effizienz der Arbeit. Alles in allem eine sehr positive Entwicklung.

Welche Themen werden die AutoID-Welt in Zukunft beschäftigen?

Peter Altes: Ein zentraler Aspekt, der uns für die Zukunft beschäftigt, ist die Digitalisierung. Dazu gehören das IoT, Industrie 4.0 sowie Prozessautomatisierungsschnittstellen. Viele Unternehmen haben sich noch nicht mit dieser Thematik beschäftigt. Es besteht ein großer Aufklärungsbedarf. Dafür wollen wir unseren Mitgliedern das nötige Handwerkszeug bereitstellen. Unserer Einschätzung nach wird dieses Thema noch über die nächsten 10 Jahre hinaus von Bedeutung sein.

Frithjof Walk: Diese Frage möchte ich ganz konkret beantworten. Aktuell beschäftigt die angespannte Lage zwischen China und den USA zahlreiche Unternehmen am AutoID-Markt. Die Einschränkungen im Handel führen unter anderem dazu, dass die Produktion von Halbleitern negativ beeinflusst wird. Das wird auch Auswirkungen auf die Preise kontaktloser Technologien haben.

Ein weiteres Brennpunktthema ist die Sicherheit in der Digitalisierung. Viele Daten fließen vollkommen unkontrolliert an Orte und Organisationen, von denen Nutzer nicht einmal wissen. Diese Problematik wird noch immer nicht ernst genug genommen. Für Unternehmen sind das Fragen, die die Existenz bedrohen können. Unsere Mitglieder haben dafür ein stark ausgeprägtes Bewusstsein und widmen sich dem Thema in einer eigenen Arbeitsgruppe und der Kooperation mit dem BSI.

Ein weiteres Themenfeld ist RTLS. Mit 5G wird die technische Grundlage für eine noch zuverlässigere Erfassung von intelligenten Objekten geschaffen. Auf dieser Basis werden RTLS-Systeme ihr Potenzial voll entfalten können. Diese Entwicklungen und Herausforderungen werden wir als Verband im Namen unserer Mitglieder begleiten und in Berlin und Brüssel aktiv die Positionen des Verbandes vertreten.


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