Tracking von Neufahrzeugen

Audi rollt RFID-Einsatz auf Werke weltweit aus

Neben der Produktion steuert der Automobilhersteller auch die Finishingprozesse, Fahrzeugaufbereitung und Versandprozesse mittels UHF-Technologie

RFID-Lesegeräte identifizieren die Fahrzeuge!

In seinem Automobilwerk im ungarischen Győr, das 2013 an den Start ging, nutzt Audi bereits die RFIDTechnologie in der Fahrzeugproduktion. Nun setzt der Automobilhersteller in seinem ersten Auslandswerk RFID ebenfalls zur Verfolgung der Neufahrzeuge im Finishing-Prozess und im Versand ein.

Dies ist aber nur der erste Schritt eines globalen Rollout-Plans. Neben den deutschen Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm soll die RFID-Implentierung auf mehrere Werke weltweit übertragen werden: Die Standorte in Brüssel in Belgien sowie San José Chiapa in Mexiko, wo ab 2016 der aktuelle Audi Q5 produziert wird.

Das UHF-RFID-System ging bei Audi Hungaria Motor Kft. mit Start der Produktion in Győr, Ungarn, im Juni 2013 live. Das System wird genutzt, um das Finishing und die technische Inspektion der A3 Limousinen und A3 Cabriolets, welche das Werk produziert, sowie die Fahrzeugaufbereitung und den Versand der Fahrzeuge zu verfolgen.

Ein Ziel ist zum einen die Nachvollziehbarkeit darüber, in welchem Prozessschritt, Finishing, Lagerung oder Versand, sich jedes Fahrzeug befindet. Zum anderen kann der Arbeitsaufwand für die Fahrer, welche die Fahrzeuge lokalisieren und transportieren, reduziert werden.

Manuellen Aufwand reduzieren

Das Unternehmen entschied sich, ein „Template“-System in seinem neuen Werk in Ungarn zu schaffen, wo die Implementierung einfacher sei als in den Werken, die bereits Verfahren für die Verfolgung von Fahrzeugen operativ im Einsatz haben.

Manuelle Systeme, die typischerweise in den anderen Werken verwendet werden, erforderten Schreibarbeit von den Fahrern, um die Fahrzeuge durch den Finishing- Prozess zu leiten, sowie das Scannen von Barcodes an einigen Standorten. Dies sei nicht nur arbeitsintensiv, sondern biete auch eingeschränkte Visibilität für das Management der Finishing- und Versandprozesse.

Lesegeräte identifizieren Fahrzeuge an den Stationen

Im Finishing-Prozess fährt ein Fahrer das Auto zu der entsprechenden Station, auf einen Umschlagplatz und von dort auf einen Lkw oder die Bahn, mit denen der Transport der produzierten Fahrzeuge in Győr erfolgt.

Zur Identifikation erhält jedes Fahrzeug nach der Montage einen RFID-Tag an der Innenseite der vorderen Stoßstange.

Der RFID-Tag wird an der Produktionslinie mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (VIN) beschrieben sowie einer anderen ID-Nummer, die an den Montagestationen verwendet wird. Für die Fahrzeugerfassung wurden rund 50 stationäre Lesegeräte im Bereich der Montage sowie an Toren an den Übergängen von und zu den Lagerplätzen installiert. Zudem sind die Arbeiter als Back-up mit Handlesegeräten ausgestattet.

Visibiliät an allen Finishing- und Kontrollstationen

Bei der Vorbeifahrt an einem RFID-Lesegerät wird die ID-Nummer des Tags erfasst und an das Backend-System übertragen. Die Software, die auf jedem Reader läuft, interpretiert die Lese-Events, filtert unnötige Daten oder False-Positive Reads und leitet die relevanten Informationen an die Audi-Business- Middleware, die diese Daten an das Backend-System von Audi überträgt.

Der Fahrer durchläuft eine Reihe von Finishing- und Kontrollstationen und mit jedem Lesevorgang wird ein Datensatz erstellt, sodass dokumentiert ist, welche Schritte ausgeführt wurden. Gleichzeitig managt und monitort die Software den Zustand der RFID-Hardware und -Software.

Erfassung auf den Parkplätzen

Die Erfassung mit RFID erfolgt ebenfalls auf den offenen Parkplätzen, auf welche die Fahrzeuge nach Abschluss der Finishing- Arbeiten gefahren werden. Auch einige Stellplätze sind mit RFID-Tags ausgestattet. Beim Parkvorgang liest der Fahrer mit einem Handlesegerät den UHF-Tag am Stellplatz sowie den an der Stoßstange aus und erfasst somit, auf welchem Platz sich das Fahrzeug befindet.

Seit der Inbetriebnahme des Systems habe sich die Transparenz in Hinblick auf die Fahrzeug-Management-Prozesse der Anlage erhöht. Zudem konnte laut Audi durch den Wegfall manueller Scanvorgänge Zeit gespart werden, da die Fahrer nicht jedes Mal aus dem Auto steigen müssen, um Barcodes zu scannen oder Formulare auszufüllen.

Niklas Van Bocxlaer
Niklas Van Bocxlaer
Exhibition Manager
Lüneburg bei Hamburg, Deutschland
Anja Van Bocxlaer
Anja Van Bocxlaer
Chefredakteurin und Konferenzmanagerin
Lüneburg, Deutschland
Jan Phillip Denkers
Jan Phillip Denkers
Stellvertretender Chefredakteur
Lüneburg, Deutschland
Vanessa Tan
Vanessa Tan
Redakteurin
Lüneburg, Deutschland
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