Balluff wird seit vier Generationen familiengeführt, aktuell unter der Leitung des Geschwisterpaars Katrin Stegmaier-Hermle, Geschäftsführerin Finance & Administration und Florian Hermle, Geschäftsführer Sales & Technology. Seit Februar 2020 agiert Frank Paul Nonnenmann als dritter Geschäftsführer, verantwortlich für die Supply Chain, im Vorstand. (Bild: Balluff)

2020 das Krisenjahr

Folgen und Perspektiven für die Automatisierungsbranche!

Im Interview mit RFID im Blick erklärt Florian Hermle, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Balluff, die Folgen und Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie.

Wie haben Sie in Ihrer Funktion als Geschäftsführer von Balluff das Krisenjahr 2020 bisher gemeistert?

„Bereits im März haben wir für ein Großteil der Belegschaft Arbeitsplätze im Home Office geschaffen. Dafür wurden individuelle Meeting-Konzepte entwickelt. Selbstverständlich ist die aktuelle Situation auch für Balluff eine Herausforderung. China hat zwar bewiesen, dass es durchaus möglich ist, die Wirtschaft nach dem Shut-Down in kurzer Zeit hochzufahren. Beispielsweise liegen die Umsätze der chinesischen Niederlassung von Balluff sechs Wochen nach Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs auf Vorjahresniveau.“

„Natürlich wünsche ich mir auch für die europäischen und amerikanischen Märkte eine ähnliche Entwicklung. Allerdings müssen wir Stand heute noch von einer sehr langsamen wirtschaftlichen Normalisierung ausgehen, die weiterhin durch die gravierenden Auswirkungen der Corona-Krise belastet wird.“

Zahlreiche Experten sehen 'Digitalisierung' als große Chance. Welche Veränderungen sind in der Automatisierungsbranche in naher Zukunft zu erwarten?

„Die Automatisierungsbranche wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Davon bin ich überzeugt. Denn die aktuelle Situation bietet die Möglichkeit, Digitalisierung, Connectivity, Sensorik und Remote Management verstärkt voranzutreiben. Eine einwandfreie IT-Infrastruktur und die Überwachung in Echtzeit, im Kontext von Sensorik, sind für Kunden essentiell. Der Fokus von Balluff wird auch in Zukunft verstärkt auf der Integration eines Gesamtkonzeptes, welches immer mehr an Bedeutung gewinnt, liegen.“

Welchen Einfluss haben die Auswirkungen der Pandemie global betrachtet? Ist die Re-Regionalisierung von Lieferketten in Europa ein Ergebnis der Krise?

„Die Krise hat zunächst die Schwächen der Supply Chain, in Form von Versorgungsengpässen, verdeutlicht. Diese Entwicklung ist allerdings nicht nur negativ zu betrachten. Neuausrichtungen von Unternehmen sind möglich. Zahlreiche Unternehmen nutzen verstärkt die Chance, wieder in Europa zu produzieren. Infolgedessen wird die Anzahl an Produktions- und Fertigungsanlagen in Europa zunehmen. Parallel werden digitale Kooperationen sowie Fernwartung von Anlagen vermehrt folgen.“

„Es gibt aber auch langfristige Konsequenzen. Einige Branchen sind angeschlagen, insbesondere der Tourismussektor ist von der Krise schwer gezeichnet. Beispielsweise rechnet die Deutsche Lufthansa AG erst 2023 mit einer weitestgehenden Rückkehr zur Normalität.“

An welchen Neuentwicklungen im Bereich der industriellen Identifikation wird bei Balluff aktuell gearbeitet?

„Neben dem Produktportfolio, das hauptsächlich aus RFID-Komponenten mit IO-Link besteht, setzen wir verstärkt auf IIoT gesteuerte Prozesse. Aktuell entwickeln wir eine neue OPC UA Schnittstelle mit integrierten Sicherheitsfeatures. Das übergeordnete Ziel: Kunden langfristig bei der Digitalisierung und Modernisierung ihrer Anlagen zu unterstützen. Dabei muss die kontinuierliche Leistungsfähigkeit der Datenträger gewährleisten werden, unabhängig davon, um welche Identifikationstechnologie es sich handelt.“

Wie lautet Ihre Einschätzung zur Zukunftsperspektive von kontaktlosen Identifikationslösungen?

„In Anbetracht der stetigen Weiterentwicklung, ist das Angebot einer Vielzahl an Identifikationstechnologien und Kennzeichnungslösungen notwendig. Die RFID-Technologie wird weiterhin ein Wachstumsmarkt sein.“

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage. Wie haben Sie die vergangenen Monate erlebt?

„Die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie beeinflussen nicht nur das Unternehmen Balluff, sondern haben auch persönliche Auswirkungen für jeden einzelnen. Ich blicke mittlerweile auf einige Wochen digital vernetzten Arbeitens im Home Office zurück. Vor der Krise habe ich 95 Prozent aller Meetings persönlich absolviert. Nach der Krise werden das sicherlich weniger sein, denn die Home Office Erfahrungen waren positiv.“

„Wir haben eine erfolgreiche virtuelle Messe veranstaltet, daraus lassen sich einige wertvolle Rückschlüsse ziehen. Ich habe auch festgestellt, dass es möglich ist, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Bei allen positiven Aspekten dieser neuen Form des Arbeitens – das möchte ich auch sagen – muss und kann vieles durchaus noch besser organisiert werden. Das prägnanteste Beispiel dafür ist mit Sicherheit das Konzept 'Homeschooling'. In diesem Bereich sehe ich noch großen Optimierungsbedarf.“

Unsere Produkte

HF-RFID-Reader BIS VM
13,56 MHz All-in-One-Reader BIS-M
UHF-Short-Range-Reader BIS VU 320
RFID-Auswerteeinheit BIS V
Oliver Pütz-Gerbig
Oliver Pütz-Gerbig
Produktmanager Identifikation
Neuhausen a.d.F., Germany
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