RFID-Etikettierung: Verfahren für jede Anforderung

RFID-Kennzeichnungsmaschinen "Made in Germany"

Vom Versandetikett bis zur Teilekennzeichnung in der Automobilzuliefererindustrie – Bluhm Systeme baut die benötigten Kennzeichnungsmaschinen.

RFID-Label auf komplexen Oberflächen aufbringen? Spezialmaschinenbau für Applikatoren macht es möglich!

Vom Versandetikett bis zur Teilekennzeichnung in der Automobilzuliefererindustrie – Bluhm Systeme baut die benötigten Kennzeichnungsmaschinen. Die Anwendungsmöglichkeiten von RFID-Kennzeichnungen bedingen den Einsatz geeigneter Hardware, bestehend aus anwendungsspezifischen Etiketten und Applikatoren zusammen mit Druckern. In nahezu jeder Anwendung treten unterschiedliche Anforderungen auf.

Kennzeichnungsgeschwindigkeiten, zur Verfügung stehender Platz für die Druck-Spendeeinheit, Aufbringungsmethode und Umgebungseinflüsse sind Faktoren, die bei der Auswahl der passenden Hardware berücksichtigt werden müssen.

Es existieren zahlreiche, erprobte RFID-Lösungskonzepte, wie Uwe Wolter und Jörg Emrich von Bluhm Systeme im Gespräch mit RFID im Blick berichten. Aber kontinuierlich neue Anforderungen machen den Blick über den Tellerrand notwendig. So werden heute beispielsweise Bauteile der Spendeeinheiten in patentierten 3D-Druckverfahren hergestellt.

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Steckbrief Bluhm Weber Gruppe

  • Gegründet 1968 am heutigen Unternehmenssitz in Rheinbreitbach
  • Umsatz 2018: 157 Millionen Euro
  • 540 Mitarbeiter
  • Seit 1980 Joint Venture zusammen mit Weber Packaging Solutions (USA)
  • Produktions- und Vertriebsstandorte: Deutschland, Österreich (Niederlassung), Schweiz (Niederlassung), Frankreich, Niederlande, Belgien, Bulgarien, Italien – weitere in Planung
  • 42 Servicestandorte weltweit
  • 29 Servicestützpunkte in der DACH-Region

RFID-Kennzeichnung steigert Effizienz in Produktion und Logistik 

Objektkennzeichnung ist der entscheidende Schritt für Transparenz in Produktion und Logistik. Bei 100 Produkten täglich ist der Aufwand, eine Kennzeichnung per Hand vorzunehmen, überschaubar. Müssen jedoch hunderte oder tausende Objekte in unterschiedlichen Situationen gekennzeichnet werden, ist die wirtschaftlichste Lösung eine automatisierte Aufbringung von Etiketten. Weitverbreitet und kostengünstig sind optische Codes.

Besteht jedoch keine Sichtlinie zum Etikett, führt kaum ein Weg an der RFIDTechnologie vorbei. Die berührungslose Identifikation von Produkten ermöglicht Applikationen, mit denen erhebliche Einsparungen in Produktion und Logistik erschlossen werden können. Und wie RFID-Label um vier Ecken herum oder selbst auf unförmigen Objekten präzise platziert werden, dass ist das Kerngebiet der Maschinenentwicklung von Bluhm Systeme. 

Jedes Kundenprojekt ist eine neue Herausforderung

Mit mehr als 50 Jahren Entwicklungs-Knowhow im Etiketten- und Etikettierungsumfeld, treffen die Projektleiter und Produktmanager von Bluhm regelmäßig auf Anforderungen, die sich von allen vorherigen Umsetzungen unterscheidet. Im Fokus steht immer die Beantwortung der Frage: Wie kommt ein Etikett schnell, präzise und fehlerfrei auf eine bestimmte Stelle an einem Objekt?

Kontinuierlich kommen neue Fragestellungen hinzu, die Schnittstellen, Netzwerktechnologien, Ergonomieanforderungen oder M2M-Kommunikation betreffen. In diesem Spannungsfeld konzipiert Bluhm inhouse spezifische Bauteile der Etikettenapplikatoren, wie beispielsweise Servomotoren, um den hohen Flexibilitätsanforderungen gerecht zu werden. 

Applikatorenentwicklung ist Schlüsselkompetenz 

Eine grundlegende Ausgangssituation im Alltagsgeschäft der Kennzeichnungsexperten bei Bluhm ist: Produkte, Ladungsträger oder Verpackungen werden nicht mit dem Fokus der einfachen Kennzeichnung designt. Die Produkte stehen im Mittelpunkt. Produktionsund Verpackungsmaschinen sowie die Fördertechnik müssen den Produkteigenschaften und -formen angepasst werden.

Dementsprechend muss die Kennzeichnungstechnologie sich dem zu kennzeichnenden Objekt anpassen. Im Mittelpunkt steht immer die „Übergabe“ des Etiketts an das Produkt. Im Fall von RFID-Etiketten ist Bluhm auf berührungslose Etikettierungen spezialisiert. Die RFID-Etiketten werden per Druckluft auf die Objektoberfläche aufgeblasen.

Die Vorteile: Das Objekt wird nicht berührt und so auch nicht beschädigt. Gleichzeitig werden die im Vergleich zu reinen Barcode-Etiketten empfindlicheren RFID-Inlays bei dieser Aufbringungsmethode geschont. Das Bonding zwischen IC und Antenne im Inlay werden nicht durch mechanischen Druck überbeansprucht. 

Additive Fertigung und Predictive Maintenance 

Entwicklung verträgt keinen Stillstand – deshalb stellt sich Bluhm kontinuierlich neuen Herausforderungen. Auf der mechanischen Seite wurde in den letzten Jahren insbesondere der 3D-Druck vorangetrieben. Heute verfügt Bluhm über mehrere patentierte Verfahren, um effizient Applikatorensonderanfertigungen zu realisieren. Auf der anderen Seite verfolgt Bluhm den Ansatz der vorausschauenden Wartung, um höchstmögliche Standzeiten individueller Kennzeichnungsmaschinen zu ermöglichen. Der Anteil von Maschinen mit integrierter Sensorik für ein Remote Condition Monitoring nimmt zu. 

RFID-Etikettierung: Verfahren für jede Anforderung 

Für jede Anforderung das passende Verfahren 

Für die unterschiedlichen Anwendungen haben die Entwickler bei Bluhm verschiedene RFID-Lösungskonzepte zusammengesellt. Von der halbautomatisierten, mobilen Anwendung, die eine ortsunabhängige Kennzeichnung ermöglicht, bis zur vollautomatisierten Etikettierung von Werkstücken oder Ladungsträgern direkt im Bereich der Fördertechnik. So findet sich für nahezu jede Herausforderung die passende RFID-Label-Aufspendelösung.  

Code & Apply 

Der Bluhm Systeme Legi-Air 4050 spendet Tags in einem automatischen Arbeitsgang dank verlässlicher Festo-Pneumatik, in Verbindung mit Vakuum- und Druckmessung, schnell und präzise auf. Möglicherweise fehlerhafte Tags werden über die optionale Bad-Tag-Reject-Einheit ausgeschleust. 

Mobile Slap & Ship 

Ein RFID-Desktop-Drucker wird auf einem mobilen Rollwagen für den flexiblen Einsatz in Produktion und Logistik eingesetzt. Mit dem System lassen sich Tags vor Ort beim Produkt beschreiben und bedrucken. Dafür scannt der Bediener zunächst den Barcode auf einer Palette ein, der dann an den Drucker übermittelt wird. Dieser wiederum erstellt auf Grundlage der Barcode-Informationen einen EPC-Code. Anschließend werden die Etiketten von Hand aufgebracht 

Portable Slap & Ship  

Bei diesem Verfahren wird ein neuartiger kleiner Hand-Reader verwendet. Er kann Barcodes einscannen und verfügt auch über eine Schreib- und Leseeinheit für Tags. Der Barcode-Inhalt wird automatisch in einen EPC-Code umgewandelt und die Informationen sofort in den Tag geschrieben, ohne dass hierfür ein Drucker benötigt wird. Handy Tags sichern den schnellen und einfachen Einsatz. Um im späteren Ablauf auch auf Metalloberflächen und Produkten mit Flüssigkeiten eine gute Performance zu erreichen, gibt es die so genannten „Handy Flag Tag“-Etiketten mit speziellem Rückpapier.

Das Etikett kann dann ohne weitere Hilfsmittel einfach per Hand so gefaltet werden, dass der Teil mit dem RFID-Tag etwas Abstand zur Oberfläche erhält. Dadurch werden deutlich bessere Leseraten erzielt.

Code Print & Apply

Eine Komplettlösung stellt der Druckspender Legi-Air 5200 RFID dar. In diesem Kennzeichnungsverfahren werden Tags automatisch kodiert, bedruckt und aufgespendet. Die optionale Bad-Tag-Reject-Einheit stellt sicher, dass nur einwandfreie Tags gespendet werden. Um auch hier auf Oberflächen und Produkten, die aus physikalischen Gründen nicht optimal für RFID geeignet sind, eine gute Performance zu erreichen, gibt es für den Legi-Air 5200 RFID einen Auto Flag Tag-Applikator: Der Etikettenteil mit dem RFID-Tag wird automatisch vom Spender vor dem Aufbringen gefaltet und erhält so etwas Abstand zur Oberfläche.

Sowohl der Legi-Air 4050 als auch der Legi-Air 5200 RFID sind für die Präzisions- und Gebindeetikettierung in Produktion und Logistik geeignet. Ein motorgetriebener Aufspuler sorgt für eine schnell und geradlinig laufende Etikettenbahn. Bei beiden „Apply“- Systemvarianten besteht eine Anbindungsmöglichkeit an externe Datenbanken.

Uwe Wolter und Jörg Emrich im Interview 

Herr Wolter, Bluhm entwickelt und vertreibt seit über einem halben Jahrhundert Kennzeichnungslösungen. Wie gelingt es, über einen so langen Zeitraum im Wettbewerb zu bestehen? 

Eine Mischung aus Vision und Fokussierung nimmt einen großen Anteil daran ein, dass Maschinen, Anlagen und Systeme weltweit im Einsatz sind. Seit der Gründung 1968 durch unseren noch heute aktiven CEO, Eckhard Bluhm, hat sich das Unternehmen vom Ein-Mann-Unternehmen zu einer internationalen Firmengruppe entwickelt.

Der Fokus liegt, damals wie heute, auf Kennzeichnungslösungen, die unseren Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen Vorteile durch die Erhöhung des Automatisierungsgrades in Produktion und Logistik verschafft. Wir treiben die Entwicklung neuer Maschinen voran, um noch flexibler auf Kundenanforderungen eingehen zu können. Parallel dazu arbeiten wir kontinuierlich daran, die Standfestigkeit bestehender Kennzeichnungsmaschinen auf hohem Niveau zu halten.  

Steigt die Anzahl der vertriebenen RFID-Etikettierer und welche Kunden setzen zunehmend auf diese Kennzeichnungsoption? 

Die dezentrale Verfügbarkeit von detaillierten Informationen direkt am Produkt wird in zahlreichen Branchen interessanter. Die Automobilindustrie ist hier einer der Vorreiter. Aktuell steigt die Nachfrage zum Beispiel im Pharmasektor stark. 

Herr Emrich, warum setzen Industrieunternehmen auf RFID-Kennzeichnungen?

RFID-Kennzeichnung spart Schnittstellen. Ohne RFID-Etiketten an einem Bauteil muss ein Automotive-OEM beispielsweise spezielle Schnittstellen zu jedem Zulieferer programmieren und pflegen. Mit RFID sind alle relevanten Informationen gemäß Konzernvorgabe direkt am Bauteil verfügbar. Das spart nicht nur Kosten, sondern beschleunigt Prozesse und erhöht die Datenqualität im Produktionsprozess.

Die Industrie und Logistik profitiert von Individualität – wie erfüllt Bluhm die wachsenden Anforderungen?

Indem wir vorausdenken. Wir haben uns frühzeitig mit den Potenzialen des 3D-Drucks befasst. Heute verfügen wir über Patente, die es uns ermöglichen Maschinen an individuelle Anforderungen schnell und nachhaltig anzupassen. Gleichzeitig optimieren wir unser Serviceangebot. Kein Kunde ist begeistert, wenn eine Kennzeichnungsmaschine – und sei sie noch so innovativ – unrund läuft. Neben der Maschinenentwicklung steht somit der Aspekt „Maintenance“ weit oben auf unserer Agenda. Kennzeichnungslösungen müssen einfach zu warten sein – ganz gleich wie komplex die Applikation ist.

Wir setzen zunehmend auf in die Maschinen verbaute Sensorik, um Fernwartungen zu ermöglichen und Wartungspersonal vor Ort so zu unterstützen, dass sie kein spezielles Maschinen-Know-how benötigen.

Quelle: RFID im Blick, Ausgabe 05/2020

Unsere Produkte

Bluhm Legi-Air Spine Tag RFID-Druckspender
Bluhm RFID-Palettenetikettierer AP182
Bluhm RFID-Etikettendrucker ZT610
Alpha HSM
Alpha Compact
Etikettendruckspender Legi-Air 6000
Uwe Wolter
Uwe Wolter
Produktmarketing
Rheinbreitbach, Deutschland
Stefan Leske
Stefan Leske
Marketingleiter
Rheinbreitbach, Deutschland
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