Individuelle RFID-Entwicklung

Standardlösungen reichen heute nicht mehr aus

Bei der Labelentwicklung greift Gera-Ident selten auf Standardlösungen zurück, sondern konzipiert, entwickelt, liefert und betreut die jeweils anwendungsspezifisch geeignetste Lösung.

Individualität, Verlässlichkeit, Funktionalität und umfassende Qualitätssicherung im Fokus

Die Gera-Ident ist spezialisiert auf kundenindividuelle Label- lösungen, unter anderem zum Einsatz in logistischen Prozessen. Das seit 13 Jahren im RFID-Umfeld aktive Unternehmen beschränkt sich jedoch nicht auf den reinen Labelvertrieb, sondern setzt aus Projekten gewonnenes Anwendungs-Knowhow in Hardwarelösungen für spezifische Applikationen um.

Im Gespräch mit RFID im Blick berichtet Geschäftsführer Ramin Hassan über die neuesten Entwicklungen im RFID-Bereich, über die Herausforderungen beim Umsetzen kundenspezifischer Lösungen und wirft einen Blick voraus auf die Trends der näheren Zukunft, die im Einsatz hybrider Lösungen liegen könnten.

Manuela Elster
Marketing & PR
Gera, Deutschland
Daniela Schubotz
Customer Relations
Gera, Deutschland

Herr Hassan, Gera-Ident ist bereits seit 2005 als Entwickler, Produzent und Integrator im RFID-Umfeld aktiv. Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt?

Die Gera-Ident hat sich kontinuierlich zu dem Unternehmen entwickelt, das wir heute sind. Gestartet vor rund 13 Jahren mit damals noch zwei geschäftsführenden Gesellschaftern mit dem Fokus auf Beratung und Dienstleistung im RFID-Bereich, ist die Gera-Ident heute ein Unternehmen mit fast 30 Mitarbeitern, die hauptsächlich in der Entwicklung und Produktion von RFID-Produkten aktiv sind.

Beratung und Dienstleistung sind weiterhin feste Bestandteile unseres Portfolios. Der Bereich der Smartlabels hat sich über die Jahre zum stärksten Umsatztreiber der Gera-Ident entwickelt. Unser Portfolio beinhaltet zudem Geräteentwicklung und Fertigung samt Schnittstellen zu den Systemen der Anwender bis hin zu kundenspezifischen Hardwarelösungen, wie beispielsweise unsere Kommissionierplatzlösung oder komplexe Arbeitsplätze.

Für alle Bereiche gilt aber das gleiche Grundprinzip: Ob Label oder Hardwarelösung – Verlässlichkeit und Funktionalität stehen an erster Stelle, untermauert durch entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen der eingesetzten Komponenten.

Logistiklabellösungen

Auf welche Logistikanwendungen fokussiert sich die Produktentwicklung von Gera-Ident im Speziellen?

Auf Basis zahlreicher erfolgreich ausgerollter Projekte liegen heute die Schwerpunkte insbesondere im Poolmanagement, bei industriellen Kanban-Anwendungen und in der Container- beziehungsweise Kleinladungsträgerlogistik aber auch in der Kennzeichnung auf Item-Ebene.

Unsere Kunden sind Zulieferer – zum Beispiel für die Automobilindustrie – sowie Poolmanagementfirmen, die Behälter und Ladungsträger vermieten. In diesen Anwendungsfeldern verfügt die Gera-Ident heute über ein umfassendes Know-how.

Welche Faktoren machen die Entwicklung der passenden Lösung, beispielsweise für die Kennzeichnung von Kunststoffbehältern mit RFID-Labels, so komplex, dass es einer individuellen Konzeption bedarf?

Auf den ersten Blick scheint ein RFID-Label nicht mehr als ein Aufkleber mit integriertem Chip zu sein. Weshalb die Gera-Ident jedoch kaum Standardlösungen vertreibt, erschließt sich beim Blick auf die Kundenanforderungen schnell. Nahezu keine Lösung gleicht im Detail einer anderen.

Geforderte Lesereichweiten viel oder wenig metallische Objekte in der Nähe der RFID-Applikation, das Material der Behälter, beispielsweise ESD oder Non-ESD, und zahlreiche weitere Aspekte beeinflussen die Konzeption eines passenden Labels. Auch die verwendeten Deck- und Klebematerialien müssen mit Blick auf den Einsatz speziell ausgewählt werden.

Wie und wie oft werden die Behälter gereinigt? Mit welchen Stoffen oder Chemikalien kommen sie in Kontakt? Bei welchen Temperaturen müssen die Labels performen? Reicht eine UHF-Lösung oder braucht es einen hybriden Chip, um beispielsweise ein Label auch mit einem Smartphone auslesen zu können?

All diese Fragen müssen vor der Produktion beantwortet werden. Und in der Beantwortung dieser projektspezifischen Fragen liegt eine der Kernkompetenzen der Gera-Ident.

Trotz der mittlerweile hohen Qualität der Transponder-Chips und einer umfassenden Qualitätssicherung können Label, zum Beispiel durch mechanische Einwirkung im Prozess, unlesbar werden. Wie begegnet die Gera-Ident dieser Herausforderung?

Sämtliche Lösungen, die wir entwickeln und installieren, sind auf maximale Zuverlässigkeit in der Anwendung ausgelegt. Dafür verbessern wir ständig unsere anwendungsspezifischen Produkttests und unsere selbst geschaffenen Qualitätsprüfungen. Sollte ein Label dennoch im Einsatz nicht mehr lesbar sein, gibt es die Möglichkeit eines aufgedruckten Barcodes oder Data-Matrix-Codes als Sekundärtechnik.

So kann das betreffende Objekt weiter im Prozess bewegt werden. Darüber hinaus schafft ein optisch lesbarer Code die Möglichkeit, den standort- oder unternehmensübergreifenden Datenfluss zu sichern. Wird ein Behälter beispielsweise an einem Standort genutzt, der nicht oder noch nicht über die geeignete RFID-Infrastruktur verfügt, kann der aufgedruckte Code genutzt werden, um die Transparenz in der Kette nicht zu unterbrechen.

Aber ein Label – und sei es noch so exakt auf die Kundenanforderung abgestimmt – macht noch keine performante Lösung aus...

Absolut richtig. Daher beschränken wir uns nicht ausschließlich auf die Umsetzung von Labelspezifikationen. Auf Basis unseres über die Jahre stetig gewachsenen Know-hows aus der Praxis sind wir in der Lage, kunden- und anwendungsspezifische Lese-/Schreibstationen zu entwickeln und zu fertigen. Und nicht nur das – unser tiefes Verständnis der Elektronik und der Konstruktion ermöglicht es, sämtliche Lösungen zu installieren und auch den Service abzudecken.

Diese Kombination aus kundenindividueller Label- und Hardwarelösungsentwicklung inklusvie Anbindung an vorhandene Softwaresysteme sind ein Alleinstellungsmerkmal unseres Unternehmens.

Wie verteilen sich bei der Gera- Ident die Anteile der Geschäftsbereiche Labelentwicklung, Label-/Komponentenvertrieb und die Bereitstellung von Komplettlösungen?

Rund die Hälfte unserer Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten finden im Bereich der reinen Labellösungen statt. Die andere Hälfte nehmen zum großen Teil die kombinierten Label-/ Hardware-Lösungen ein. Komplettlösungen sind branchenspezifisch und stellen einen eher kleinen Anteil dar. In diesen Fällen arbeiten wir meist eng mit spezialisierten Partnern zusammen, besonders, wenn die RFID-Lösung über eine komplexe Schnittstelle in bestehende Warenwirtschaftssysteme eingebunden werden soll.

Mit Blick voraus – in welchen Bereichen sehen Sie das größte Wachstumspotenzial für Ihre Firma?

Im Bereich Hardwarelösungen – insbesondere, weil wir über die vergangenen Jahre umfangreiche Kompetenzen bei den Schnittstellen aufgebaut haben. Kunden erwarten zu Recht, dass wir als Lösungsanbieter unsere Hard- und Softwareschnittstellen so konfigurieren, dass sie zu bereits vorhandenen Systemen passen. In der Schnittstellenthematik geht es zunehmend stärker darum, immer mehr Funktionalitäten einzubinden.

Dazu kommen Standards oder Industrieempfehlungen der Datenformate- und Kommunikation wie beispielsweise OPC UA oder VDA-Empfehlungen. An diesem Punkt kann die Gera-Ident Kunden dabei unterstützen, umfassende Datenkonzepte zu erstellen und umzusetzen.

Kunden- & Anwendungsspezifische Lese-/Schreibstationen

Die bereits angesprochene und von der Gera-Ident entwickelte Kommissionierplatzlösung ist bereits im Wäschemanagement im Einsatz – welche Idee stand hinter dieser Komplettlösung?

In der Wäschelogistik ist die Gera- Ident bereits seit der Unternehmensgründung aktiv. Das Verständnis der Prozesse ist heute sehr ausgeprägt. Die Idee der Lösung basiert darauf, dass die zur Kommissionierung benötigte Hardware in eine kompakte und zweckmäßige Arbeitsstation integriert ist, die ohne größeren Aufwand ortsunabhängig genutzt werden kann. Damit lösen wir eine zentrale Herausforderung in verschiedenen Logistikanwendungen auch außerhalb der Wäschereibranche.

Die Kommissionierung ist ja nur ein Teil der Supply-Chain. Die großen Benefits entstehen aber doch eher bei einer durchgehenden Prozesstransparenz.

Exakt. Deshalb gehören auch Gate-Lösungen zu unserem Portfolio der Komplettlösungen. Diese können an Transportstrecken oder Hallentoren installiert werden, um eine lückenlose Nachverfolgung von Containern oder Behältern zu realisieren. Vergleichbares hat die Gera-Ident auch bereits in unterschiedlichen industriellen Produktionen zum Tracken von Ladungsträgern umgesetzt.

In diesen Fällen können wir unsere Kompetenzen in den Bereichen Prozessverständnis, Konstruktion und Elektronikentwicklung sehr gut bündeln, um individuelle Lösungen mit größtmöglichem Nutzen für den jeweiligen Kunden zu schaffen.

RFID-Trends

RFID-Lösungen liefern Daten aus spezifischen Prozessen. Welche Trends hinsichtlich der Datenverwaltung sehen Sie – wo könnte diese digitale Reise hinführen?

Einfach gesagt, in der immer stärkeren Vernetzung von Daten innerhalb der Supply-Chain. Wir sind sicher nicht die Ersten, die diesen Trend erkannt haben, können ihn jedoch bestätigen. Gemeinsam mit Partnern, welche die Software-Anforderungen abdecken, können wir insbesondere bei der Datenaggregierung beraten. Welche Daten sind sinnvoll nutzbar? Aus welcher Verknüpfung von erfassten RFID-Daten entsteht ein realer Benefit? Das alles lässt sich zunehmend in werks- und auch unternehmensübergreifenden Lösungen analysieren und umsetzen.

Auf der Label-Seite sehen wir den Trend zu dezentralen Lösungen. Wurden UHF-Chips vor wenigen Jahren hauptsächlich mit kleinen Speichern produziert, um die kostengünstige, massentaugliche Identifikation von Logistikprozessen zu ermöglichen, verschiebt es sich heute zu Smart-Object-Anwendungen. Hier kommen neue UHF-Chips mit größeren Speichern zum Einsatz, die eine dezentrale Datenhaltung, wie beispielsweise einen Produktlebenslauf, direkt am Objekt ermöglichen.

Unsere hybriden Labels mit UHF- und NFC-Funktionalität kommt hierbei eine ganz neue Rolle zu. Erstens können Beteiligte einer Supply Chain, die nicht über eine UHF-Infrastruktur verfügen, Produktdaten via Smartphone auslesen. Zweitens schafft das NFC-Feature ganz neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen Produkten und Endkunden. In dieser Richtung wird es in naher Zukunft definitiv zu innovativen Entwicklungen kommen.


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