RFID-Etiketten

RFID-Etiketten für Medizin und Pharma

RFID-Label sichern mit unterschiedlichen Verfahrensweisen die Unversehrtheit von Behältern, Ampullen oder Verpackungen ab.

Welche Herausforderungen stellt die Medizinindustrie an die Etikettenentwicklung?

RFID-Label sichern mit unterschiedlichen Verfahrensweisen die Unversehrtheit von Behältern, Ampullen oder Verpackungen ab. In der Medizin- und Pharmaindustrie gilt die unversehrte Originalität und die Qualität von Analysechemikalien als absolute Vorgabe für korrekte Untersuchtungsergebnisse im Labor. Laborflüssigkeiten, die aus geöffneten Behältern stammen, sich mit Luft oder anderen Chemikalien vermischt haben, verlieren ihre Funktionstüchtigkeit.

Ergebnis: Die Laborproben sind verfälscht. Das kann weitreichende Folgen nach sich ziehen. Beispielsweise könnte der Nachweis einer Krankheit nicht erbracht werden oder medizinische Parameter falsch gemessen werden. In beiden Fällen sind Patienten, die Diagnose und die Behandlung durch das falsche Laborergebnis beeinflusst. Aus diesem Grund muss die 100-prozentige Funktionstüchtigkeit der RFID-Label auf dem Behälter oder der Ampulle abgesichert sein.

Bereits seit Jahren agieren der Mittelständler Herpa Print aus Much im Bergischen Land und der börsennotierte US-amerikanische Multi-Technologiekonzern 3M bei Kennzeichnungslösungen als Tandem.

Detlev Struwe, Vertriebsleiter Kennzeichnungssysteme, 3M DACH Region, und Wilfried Lentzsch, Vertriebsleiter Kennzeichnungs produkte und RFID Spezialist, Herpa Print erklären im Gespräch mit RFID im Blick welche nachhaltigen Speziallösungen sie durch diese Innovationspartnerschaft realisiert haben. Sie erläutern, weshalb komplexe Label heute integrale Bestandteile von Lösungen sind, um die Gesundheit von Patienten oder die Sicherheit von Laborergebnissen zu gewährleisten.

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Flüssige Chemikalien: Sicherer Verschluss und Fälschungsschutz

Speziallabel stellen die 100-prozentige Dichtheit von Transportbehältern und Kassetten mit Flüssigkeiten sicher, die in Laboranalysegeräten eingesetzt werden. Ist der Behälter nicht dicht verschlossen, kommt eine Chemikalie während des Transports oder der Lagerung mit Luft und/oder Verunreinigungen aus der Umgebung in Kontakt, wird die Flüssigkeit unbrauchbar. Der Einfluss von außen auf die Chemikalie kann zu falschen Diagnosen mit ernsthaften Konsequenzen führen. Ist es ausreichend, den Verschluss mit einem einfachen Klebesiegel zu schützen?

„Nein“, sagt Wilfried Lentzsch und erläutert: „In der Praxis sind die Anforderungen an ein Transportsicherungslabel komplex. Das Label muss den Verschluss unter Zug auf den Behälter pressen, um die 100-prozentige Dichtheit auch bei Vibrationen oder Stößen während des Transportes zu gewährleisten. Die eingesetzte Folie muss flexibel sein, die Kleber exakt für die Anforderung zusammengestellt und die Anbringung muss automatisiert erfolgen. Als Siegel unterstützt das Label den optischen Manipulationsschutz. Ist es beschädigt, weist dies auf eine vorzeitige Öffnung hin.“

Diffundierende Klebstoffe zerstören die Chemikalie

Wie das Label selbst, muss auch der verwendete Klebstoff gleich mehrere spezifi sche Anforderungen erfüllen. „Erstens muss auch unter Zugbelastung eine dauerhafte Haltbarkeit garantiert sein. Zweitens darf kein einziger Bestandteil der eingesetzten Klebstoffe durch das Behältermaterial diffundieren und mit der darin befindlichen Chemikalie in Kontakt kommen“, fasst Wilfried Lentzsch die komplexen Anforderungen zusammen. Werden Label mit einer Nadel oder Pipette durchstochen, um Flüssigkeiten zu entnehmen, dürfen keine Teile des Etiketts in die Flüssigkeit eindringen. Jedes mikroskopisch kleine Partikel verunreinigt die Chemikalie.

Sicher applizieren auch bei hohem Tempo

Die Label müssen über ein Art Lasche verfügen, um sie schnell, sicher und unkompliziert rückstandsfrei entfernen zu können. Der Etiketten-Liner muss so gewählt sein, dass es bei der automatischen Aufbringung zu keinen Komplikationen kommt – auch nicht bei erhöhten Kennzeichnungsgeschwindigkeiten.

Echtheitsnachweis per RFID-Siegel garantiert

Gefälschte Chemikalien erzeugen umfassende wirtschaftlichen Schäden und massive Risiken für die Gesundheit von Patienten. Eine performante Lösung für den Echtheitsnachweis sind RFID-Label, die als elektronisches Siegel eingesetzt werden. Der Abgleich zwischen Behälter und Laboranalysegerät erfolgt unmittelbar beim Einsetzen von Chemikalienbehältern. Ein integrierter RFID-Reader erfasst Daten des Labels auf dem Behälter. Der Informationsabgleich stellt die Echtheit eingesetzter Verbrauchsmaterialien sicher.

Zusätzlicher Benefit: Prozessdaten, beispielsweise zur Chemikalienfüllmenge, werden in den Speicher der Tags geschrieben und in einer Datenbank aktualisiert. „Damit der RFID-basierte Plagiatsschutz sicher und einwandfrei funktioniert, unterzieht Herpa Print jedes RFID-Etikett, das später vollautomatisch auf Behälter aufgespendet wird, einer 100-prozentigen Kontrolle mit einem speziellen, mechanischen Druckbelastungstest“, unterstreicht Wilfried Lentzsch.

Medizintechnik

Label für Asset-Tracking, Wartungsdokumentation, Equipment-Check

Prozesse in der Medizin- und Pharmaindustrie bieten zahlreiche Ansätze für die Optimierung. Smarte Kennzeichnungslösungen mit RFID-Labeln und Spezialetiketten sind der Hebel, um Sicherheit, Transparenz und Effi zienz zu steigern. Kennzeichnungslösungen für die Medizin- und Pharmabranche erfordern mehr als nur das notwendige Hardware-Know-how. Das Wissen um die speziellen Herausforderungen, Test- und Zulassungsverfahren ist entscheidend.

Medizingerätekennzeichnung schafft Transparenz

Beatmungsgeräte, mobile Ultraschallgeräte oder Spritzenpumpen sind hochpreisige Assets in Krankenhäusern. Um Engpässe in der Gerätebereitstellung zu vermeiden, müssen Einkäufer Geräte als Sicherheitspuffer bereitstellen, die bei einer transparenten Geräteverwaltung überflüssig wären. Gerätesuchzeiten belasten Stationsmitarbeiter in Krankenhäusern zusätzlich. Werden Geräte mit RFID-Labeln gekennzeichnet, reicht bereits der Einsatz von Handhelds aus, um eine grobe Übersicht aller Geräte zu erhalten.

Digitale Dokumentation von Instandhaltungsarbeiten

Medizingeräte unterliegen einer gesetzlichen Pfl icht zu regelmäßigen Kontrollen und Funktionsüberprüfungen. Die Herausforderungen: Das Auffi nden der einzelnen Geräte und die Zuordnung zur bestehenden Dokumentation. Mit einem RFID- oder NFC-Label ist jedes Gerät eindeutig identifizierbar. Die Tag-Erfassung triggert den Datenabgleich mit dem Medizinproduktebuch. Übertragungsfehler durch handschriftliche Aufzeichnungen und Eintragungen in ausgedruckten Wartungsplänen entfallen. Alle Kontrolldaten sind rechtssicher digital dokumentiert. Zusätzlicher Benefit: Prüfer sparen im gesamten Prozess bis zu 75 Prozent Zeit ein, die durch manuelle Such- und Dokumentationsaufgaben entstehen.

Ist der richtige Schlauch eingesteckt? Check!

Medizintechnische Geräte werden mit Zubehörkomponenten wie Schläuchen, Filtern oder Kartuschen individuell für einen Patienten betriebsfertig konfi guriert. Die Verwechslungsgefahr, insbesondere in zeitkritischen Notfallsituationen, ist hoch. RFID-Transponder an den Zubehörteilen und Reader-Technologie in den Geräten im Bereich der Anschlussstellen sichern die zum Patienten passende Konfiguration ab. Bei der Verlegung eines Patienten von der Vorbereitung in den OP-Saal, müssen Parameter der Beatmung, wie Alter, Größe und Gewicht, beim Wechsel des Gerätes nicht erneut eingegeben werden.

Die systemseitige Sicherheit wird ebenso gewährleistet: Über den integrierten RFID-Transponder erfolgt automatisch eine Authentifizierung des angeschlossenen Zubehörs. Der Einsatz von Plagiaten wird verhindert. Die Einsatzzeit von Filtern wird erfasst. Das Gerät weist automatisch auf einen rechtzeitigen, fristgerechten Wechsel hin. Wird der Wechsel nicht vollzogen, ist eine Nutzung des Geräts nicht möglich.

Textetikett für zusätzliche Informationssicherheit

Zur Kennzeichnung von Behältern und Produkten im Pharmazieumfeld werden Textetiketten auf den Umverpackungen aufgebracht. Diese aus Entwicklungssicht einfachen Label erfüllen die Funktion der Zusammenfassung von Informationen der verpackten Produkte, wie Chargennummer und Produktionsdatum. „Der Pharmasektor ist eine Etiketten-intensive Branche. Einzelne Standorte verarbeiten bis zu 600 Millionen Label pro Jahr. Mehrere Millionen dieser Label sind speziell entwickelte Funktionslabel oder RFID-Etiketten“, berichtet Wilfried Lentzsch. 

Verbindungsetiketten verhindern frühzeitige Trennung

Neben der Transportsicherung von Verschlüssen einzelner Behälter, ist eine zusätzliche Absicherung nötig. Je zwei verpackte Behälter müssen bis zum Einsatz in der gezielten Anwendung zusammenbleiben. Für diese Anforderung hat Herpa Print ein spezielles Verbindungsetikett entwickelt. „Das Etikett verfügt über eine Sieben Perforation. Zwei in Kartons verpackte Behälter werden zusammengepresst und mit dem in der Mitte perforierten Label verbunden. Erst das gegensätzliche Verdrehen beider Kartons kurz vor dem Einsatz der Behälter trennt die beiden Einheiten voneinander. Die Prozesssicherheit ist gewährleistet“, erläutert Wilfried Lentzsch.

Klimatische Bedingungen sind Herausforderung für globalen Label-Einsatz

Während des Transportes und der Lagerung wirken auf die Label und ihre Bestandteile klimatische Einfl üsse wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder UV-Strahlung ein. Finden alle logistischen Prozesse innerhalb eines Temperaturbereiches statt, werden sämtliche eingesetzte Komponenten auf diese Anforderung hin spezifiziert. Eine derart kontrollierte Umgebung zu schaff en, ist aber nicht in allen Teilen der Erde möglich“, so Wilfried Lentzsch. Materialkomposition werden komplexer, sobald während logistischer Prozesse schwankende Temperaturen auftreten, beziehungsweise diese nicht vermieden werden können.

„Ein bei dauerhaft fünf Grad funktionierender Klebstoff kann bei 40 Grad Celsius und erhöhter Luftfeuchtigkeit an die Grenzen der Haltekraft gebracht werden“, führt Detlev Struwe aus. Herpa Print und 3M setzen für die Entwicklung Etiketten-Testreihen in speziellen Klimakammern ein. Die Simulation wechselnder klimatischer Bedingungen über mehrere Monate unterstützt die Spezifizierung passender Komponenten. Eine übertragbare Lösung für alle Bedingungen weltweit bleibt somit (vorerst) eine Utopie.

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Wilfried Lentzsch
Wilfried Lentzsch
Sales Director
Much, Deutschland
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