Variantenvielfalt managen mit RFID
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Production Control

Variantenvielfalt managen mit RFID

Das Mercedes-Benz Werk in Ludwigsfelde produziert Fahrzeuge aus dem Kleintransporter-Portfolio des Stuttgarter Automobilkonzerns.

In der Produktion des Transporters Sprinter werden über 100 verschiedene Außenspiegelvarianten verbaut.

Insgesamt hat die Variantenvielfalt der Bauteile beim letzten Modellwechsel um 20 Prozent zugenommen. Um den Überblick in der Fertigung zu behalten, setzt Mercedes-Benz Vans eine RFID-basierte Lösung ein.

Mercedes-Benz Vans erzielte 2018 über 13,6 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt weltweit über 26.000 Mitarbeiter. 2018 wurden weltweit insgesamt 421.401 Fahrzeuge abgesetzt – mit über 200.000 Einheiten ist das Modell Sprinter mit Abstand das meistverkaufte Fahrzeug im Portfolio. Das Mercedes-Benz Werk Ludwigsfelde wurde am 1. Februar 1991 gegründet.

Prozessanforderungen

Die im Werk Ludwigsfelde produzierten Transporter werden zunehmend individueller basierend auf den umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten der Kunden. Mit der Variantenvielfalt der unterschiedlichen zum Einsatz kommenden Bauteile steigt auch das Risiko möglicher Verwechselungen oder Verzögerungen beim Zusammenbau der Fahrzeuge.

Mitarbeiter müssen an verschiedenen Schlüsselstellen in der Logistik und der Produktion entweder einen optischen Code an den Bauteilen manuell einscannen oder die Sachnummer manuell auslesen.

Die Anforderung an eine digitale Lösung ist, dass trotz steigender Varianz weder die Qualität gemindert wird, noch zeitliche Verzögerungen in der Produktion aufkommen.

Mitarbeiter sollen von Routineaufgaben entlastet werden. Gleichzeitig soll eine automatische Verbauprüfung eine sichere Auskunft darüber geben, dass das passende Teil im richtigen Fahrzeug verbaut ist.

Lösung

Das Werk in Ludwigsfelde erhält von Lieferanten mit RFID-Tags gekennzeichnete Außenspiegel und Sitze. Diese werden vor der Anlieferung zuvor im Warenausgang des Lieferanten per RFID-Antennen erfasst. Ein digitaler Lieferavis wird ausgelöst. Im Wareneingang in Ludwigsfelde erfolgt ein automatischer Abgleich, ein weiterer direkt an der Fertigungslinie. Bei einer Abschlussprüfung des fertiggestellten Fahrzeuges werden sämtliche getaggten Teile erneut erfasst.

Je nach Anforderung des Prozesses werden sowohl stationäre Antennen-Leser-Kombinationen als auch Handhelds eingesetzt. In der Wareneingangsabteilung beispielsweise erfassen stationäre Lesegeräte die Daten. Handhabungsgeräte, die die Sitzinstallation unterstützen, sind ebenfalls mit stationären Lesegeräten ausgestattet.

Gleichzeitig werden gemeinsam mit einem Team des Fraunhofer IFF mobile Anwendungen definiert. Mitarbeiter, beispielsweise im Finishing-Bereich, können Komponenten zu Kontrollzwecken manuell scannen und registrieren.

Im Rahmen des ersten RFID-Piloten erhielten die in das Projekt eingebundenen Zulieferer die Label direkt aus dem Ludwigsfelder Werk. Ziel ist es, so wenig Daten wie möglich auf die Tags zu schreiben. Die Daten verlinken auf weiterführende Informationen im Backend, um die eindeutige Bauteilidentifikation zu ermöglichen.

Bei der Codierung orientiert sich das Werk an den VDA-Empfehlungen 5500 und 5505. Freiheiten der Empfehlungen werden genutzt, um Daimler-ISO-Standards zu verwenden, die abgestimmte Nummernkreise für bestimmte Bauteilgruppen festlegen.

Vorteile

  • Bis zu vier Erfassungspunkte stellen eine lückenlose Produktionstransparenz sicher.
  • Technische und organisatorische Standards der RFID-Nutzung werden kommuniziert und mit Schwesterwerken geteilt.
  • Eindeutige Komponentenidentifikation wird ermöglicht.

Perspektive

  • RFID-Etiketten können zukünftig zur Identifizierung von Teilen im After-Sales-Bereich verwendet werden, z.B. bei Fahrzeugprüfungen in Partnerwerkstätten
  • Die Einbindung der Lieferanten ist der Ausgangspunkt des Projekts - die Einführung in die anderen Werke von Mercedes-Benz Vans ist das Ziel.
  • Leitlinie für alle Digitalisierungsaspekte des Projekts bis 2025: ein Wechsel von monolithischen IT-Systemen zu flexiblen Modulen, die schnell und global implementiert werden können.

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