Im Gespräch mit RFID im Blick bewertet Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt im Ganzen und im Speziellen auf die Arbeit der Foundation selbst. (Bild: OPC Foundation)

Homeoffice-Entwicklung: Ein Lichtblick in der Covid-19-Krise

Unternehmen werden sich verstärkt mit den Möglichkeiten vernetzten Arbeitens beschäftigen!

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft hat in einer Umfrage im März dieses Jahres herausgefunden, dass rund 60 Prozent der befragten Angestellten in der aktuellen Covid-19-Krise gern im Homeoffice arbeiten würden. 2018 haben nur 3,8 Prozent der Arbeitnehmer ausschließlich im Homeoffice gearbeitet haben.

Im Gespräch mit RFID im Blick bewertet Stefan Hoppe, Präsident und Geschäftsführer der OPC Foundation, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt und auf die produktiven Prozesse der OPC Foundation.

Herr Hoppe, was bedeutet die Corona-Krise für die Arbeitswelt?

Die Corona-Krise hat zahlreiche tragische und schwerwiegende Einflüsse. Ein Thema ist aber definitiv positiv besetzt und findet aktuell auf einer ganz anderen Ebene statt: Das Arbeiten im Homeoffice. Zahlreiche Firmen oder auch Verbände haben im Zuge der Pandemie schnell realisiert, dass umgehend Infrastrukturen etabliert werden müssen, um die notwendigen Voraussetzungen für dezentrales und vernetztes Arbeiten zu schaffen.

Homeoffice zu realisieren ist demnach sehr unkompliziert?

Nein, eher nicht. Für kleine Unternehmen ist das vernetzte Arbeiten etwas komplett Neues. Wir leben im Jahr 2020 und reden über IT und Digitalisierung in allen Bereichen – nur nicht über das vernetzte Arbeiten von zu Hause. Deshalb die „positive“ Einschätzung dieses Aspektes der aktuellen Situation: Corona beschleunigt die Digitalisierung.

Warum ist IT in 2020 für zahlreiche Unternehmen weiterhin eine große Herausforderung?

Viele, insbesondere große, Unternehmen sind kontinuierliche Integrationen neuer IT und der damit teilweise einhergehenden Veränderung von Arbeitsprozessen gewöhnt. Aber vor allem kleine Firmen oder Selbstständige beherrschen diesen Bereich nicht optimal. Derart große Veränderungen sind in diesem Umfeld eher ungewöhnlich. Es ist bedenklich zu sehen, wie weit beispielsweise viele Makler, Architekten aber auch Behörden von Remote-IT-Themen entfernt sind.

Welche persönliche Meinung vertreten Sie?

Ich denke, dass sich das gesellschaftliche Miteinander durch Homeoffice verändern wird. Wir sind längere Zeit zu Hause bei unseren Familien und Freunden und können uns die Arbeit flexibler einteilen als in starren Zeitplänen. Zu Hause am Schreibtisch sind weniger Störgeräusche. Die Kreativität wird gesteigert und die flexiblere Gestaltung setzt neue Energien frei. Erfolgreich im Homeoffice zu arbeiten bedeutete aber: Eine gute Planung und Strukturierung von Tagesabläufen. Die Arbeitswelt und Privatwelt müssen stringent voneinander getrennt sein.

Wird die Arbeit der OPC Foundation unter den aktuellen Bedingungen gestört?

Nein, wir sind gewöhnt mit international agierenden Menschen auf verschiedenen Kontinenten gemeinsam in Webkonferenzen zu arbeiten. Das setzt natürlich, wie die Arbeit im Homeoffice selbst, eine exakte Planung voraus. Wird das beachtet, verläuft die Arbeit reibungslos. Alle aktuellen Companion Specifications werden von den Arbeitsgruppen über Webkonferenzen erarbeitet und weiterentwickelt.

Hat die Corona-Krise direkte, negative Einflüsse auf OPC Foundation?

Im Moment sehe ich keine Sparmaßnahmen von Industrieunternehmen mit Blick auf die Foundation. Wir wachsen stetig weiter. Aus meiner Sicht liegt es weiterhin daran, dass Unternehmen, die sich jetzt zur Mitgliedschaft entscheiden, ganz klar die zahlreichen, maßgeblichen Vorteile von OPC UA in den Vordergrund stellen. Innerhalb der über 750 Mitglieder gibt es fünf unterschiedliche Kategorien – und ich gehe stark davon aus, dass alle tragenden Mitglieder auch bleiben. Damit setzt die Foundation, aber auch die OPC UA Technologie, starke und positive Signal in die Welt.

Wie ist Ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage?

Vor allem der Automatisierungsmarkt wächst stetig. Auch wenn der Einbruch in diesem Jahr noch stärker ausfällt als derzeit prognostiziert, werden die Zahlen in den folgenden Quartalen auf jeden Fall aufholen. Technologien und Lösungen für Vernetzung, Automatisierung und Digitalisierung bleiben starke Märkte. Menschen auf der ganzen Welt wollen sauberes Wasser oder saubere Energie nutzen oder Konsumgüter kaufen – dieser Wunsch wird zu mehr und mehr Automatisierung führen.

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