Laundry mit RFID

Next Level Laundry mit RFID

Mehr Komfort, weniger Wäscheverluste, zuverlässige Auslieferungen und insgesamt schlanke und schnelle Abläufe. Das Geheimnis: Wäschestücke eindeutig und automatisch zuordnen!

Bandbreite von 500 bis 4 Millionen Transpondern

Tagitron integriert seit 2010 fast 60 RFID-basierte Lösungen in Wäschereien. Ein Projekt beinhaltet beispielsweise 500 RFID-getaggte Pferdedecken für eine Wäscherei. Für ein Großprojekt im Gesundheitswesen lieferte Tagitron bereits direkt und indirekt mehrere Millionen Transponder aus. Die Bandbreite der Projekte ist immens.

In Salzkotten betreibt Tagitron ein Competence and Application Center. Jede Wäscherei kann dort die eigenen Prozesse testweise mit RFID-Technologie optimieren. Die Testerkenntnisse werden detailliert in den Proof of Concept eingearbeitet, so dass jedes Projekt individuell auf die Situation der jeweiligen Wäscherei abgestimmt wird.

Jan Wendisch, Managing Director, Head of TextileID & Healthcare/Rescue Services, tagitron GmbH im Interview mit RFID im Blick.

Artikel aus der Serie Expertenwissen zum herunterladen

Vor dem Download...

Weiter... ×

Tagitron wurde 1992 am Standort Salzkotten gegründet und fokussiert seither auf die RFID-Technologie. Das Unternehmen beschäftigt am Standort Salzkotten 31 Mitarbeiter. Im Interview mit RFID im Blick erklärt Jan Wendisch, Geschäftsführer von Tagitron, wie die Automatisierung der logistischen Prozesse und die Bereitschaft zur Digitalisierung in Wäschereien entscheidende Optimierungen erzeugen.

Zielsetzungen: Senkung der Kosten und Erhöhung der Kundenzufriedenheit.

Aus Erfahrung berichtet der Maschinenbauingenieur, dass der schnelle ROI häufig die Entscheidung für eine RFID-Integration erleichtert. Überzeugende, nachhaltige Vorteile sieht Jan Wendisch aber in der wachsenden Zufriedenheit der Kunden einer Wäscherei. Mehr Komfort, weniger Wäscheverluste, zuverlässige Auslieferungen und insgesamt schlanke und schnelle Abläufe. Das Geheimnis: Wäschestücke eindeutig und automatisch zuordnen!

Welche Vorteile erzielen Wäschereien durch den Einsatz von UHF-RFID-Technologie?

Die Reduzierung von Schwund und der schnelle 'return on investment' sind die häufigsten Ziele der Wäscherei. Betrachtet ein Wäschereiunternehmen die RFID-Integration aber nachhaltiger, punktet die Lösung vor allem durch die massive Reduzierung von Auslieferungen und von menschlichen Fehlern beim händischen Zählen und Zuordnen von Wäschestücken. Darüber hinaus ist der Wäschebestand durch die 'Inventur in Echtzeit' immer exakt.

Die Wäscherei kennt den eigenen Bestand und damit auch den Wäschebestand im Hotel, so dass jede anstehende Auslieferung bereits frühzeitig geplant werden kann. Das bedeutet kosteneffiziente Steuerung der Fahrten. RFID-Technologie garantiert die bedarfsorientierte und zuverlässige Belieferung der Kunden. Beide Parteien – die Wäscherei und der Hotelbetrieb – profitieren von den Vorteilen der RFID-Technologie.

Sie sprechen von 'menschlichen Fehlern' in Wäschereien. Herrscht tatsächlich ein Daten-Chaos in manchen Wäschereien?

Falsche Wäschezuordnung kommt regelmäßig vor und erzeugt vor allem Kosten. In der Realität sieht das so aus: Ein Hotelunternehmen wird mit sauberer Wäsche beliefert. Fälschlicherweise befindet sich auf dem Wäschecontainer aber auch Wäsche eines anderen Kunden. Dieser Umstand fällt zeitversetzt auf. Die Wäsche muss mit einer zusätzlichen Tour abgeholt werden.

Warum sind Wäschereien nicht affin für RFID-Technologie?

Die Hauptkompetenz der Wäscherei ist das Waschen. Nicht die Digitalisierung oder die Steuerung der Logistikprozesse. Allerdings sind die Kundenansprüche immens gestiegen und die Personal- oder Logistikkosten auch. Das gilt für kleine Wäschereien genauso wie für große. Vor allem sind es die Kunden der Wäscherei, die Datentransparenz einfordern.

Was bietet Tagitron Wäschereien an, die ihre Prozesse optimieren müssen?

Unser Alleinstellungsmerkmal ist das RFID-Gate für den Warenein- und -ausgang. „Walk through Gate“ ermöglicht die Zählung und Dokumentation aller ID-Nummern der Wäschestücke in Gehgeschwindigkeit. Erstens können wir von der Beratung und der Software bis hin zur RFID-Hardware alles liefern. Unser Angebot lautet: ein RFID-Komplettsystem für den gesamten Wäschereiprozess. Der textile UHFTransponder enthält einen Hardtag der absolut chemieresistent ist. Außerdem fertigen wir zu 100 % 'Made in Germany'. Alle Lösungen werden komplett inhouse in Salzkotten produziert.

Schrecken die Wäschereien vor dem Patchen der Wäschestücke zurück?

Das Patchen ist absolut unkompliziert und dauert pro Wäschestück nur 10 Sekunden. Wir können das Patchen übernehmen, bieten den Wäschereien aber auch Patchmaschinen zum Kauf und zur Miete an.

RFID-Komplettsystem für Wäschereien

Die Startvariante eines RFID-Systems ermöglicht den kontrollierten Warenein- und ausgang. Dazu müssen die Wäschestücke gepatcht und deren ID-Nummer in der IT gespeichert sein. Zum Auslesen der Wäschestücke bieten wir ein Handheld mit Software- Anbindung an. Der gesamte Kostenrahmen beträgt zirka 3.500 €. Da jede Wäscherei individuell ist, ermöglicht Tagitron im 'Competence und Application Center' in Salzkotten das Testen der RFID-Technologie auf der Basis der individuellen Prozesse.

Die umfassendere Lösung basiert auf dem automatischen Wareneingang via RFID-Gate- Software. Sowohl der Eingang der Schmutzwäsche, als auch der Warenausgang der sauberen Wäsche und die Belieferung des Kunden werden automatisch im IT-System gespeichert und an führende Systeme wie Tikos übergeben. Für den Kunden kann zusätzlich ein elektronischer Lieferschein generiert werden. Die Fakturierung erfolgt ebenfalls automatisch auf der Basis des Lieferscheins.

Leasingmodell

Die Installation eines komplexeren RFID-Systems kann Wäschereien finanziell belasten. Das Leasingmodell verhilft Wäschereien, Kapital nicht zu binden, oder das Investment verteilt auf 36 Monate als laufende Kosten mit Steuervorteilen zu strecken. Von den Vorteile der RFID-Lösung profitiert die Wäscherei aber vom ersten Tag an. Die Laufzeit und der Umfang der Leistungen sowie die Hardwarekomponenten können individuell abgestimmt werden. Aktuell können neben der Hardware auch die Transponder im Leasingmodell angeboten werden.

Personalintensiver Wäschereidienst

Der Mangel an Mitarbeitern stellt gerade auch Wäschereien vor große Herausforderungen. Das händische Zählen, Sortieren und Zuordnen von Wäschestücken erfordert keine Fachkenntnisse, aber doch Konzentration und Umsicht. Dass da mal "was durcheinander kommt" ist durchaus keine Seltenheit. Automatisierte Prozesse laufen hingegen ohne Handarbeit und damit auch ohne Fehler ab. In Sekundenschnelle ist der Wäschecontainer mit 500 Servietten, der das RFID-Gate passiert, im System als Wareneingang gelistet.

Jede Serviette ist mit der eigenen ID "anwesend". Das System weiß zu jedem Zeitpunkt, wie viele Wäscheprodukte welcher Art sich im Lager befinden. Diese automatische Kontrolle erzeugt Planungssicherheit, verringert Betriebskosten und senkt auch die Abhängigkeit der Wäscherei von Personal.

Datenschutz und Hygiene mit RFID steigern

Ohne RFID ist auf Einzelteilebene nicht nachvollziehbar, wie lange ein Textil bereits im Lager oder einem Vorratsschrank liegt. Wird kontinuierlich frische Wäsche auf alte Bestände gestapelt, kann sich das nachteilig auf die Hygiene der Textilien auswirken. Mit RFID entsteht der Nachweis, welches Teil wie lange an welchem Ort im Wäschekreislauf verbracht hat. Die Optimierung der Einhaltung von Hygiene-Richtlinien wird auch direkt in der Wäscherei unterstützt. Die Pulkerfassung und anschließende (Vor-)Sortierung auf der unreinen Seite nach Anlieferung von Schmutzwäsche kann teil- oder je nach Umsetzung vollautomatisch erfolgen.

Eine händische Erfassung und Sortierung kann entfallen. Der RFID-Einsatz trägt zusätzlich zur Einhaltung strikter Datenschutzregelungen bei. Ersetzen RFIDTags beispielsweise Label mit Namen in Klarschrift in Heimbewohnerbekleidung, sind sämtliche personalisierte Textilien für die Wäscherei und Logistikdienstleister anonymisiert, solange kein direkter Zugriff auf die Wäscheverwaltung besteht.

Lösungen von Tagitron

IPRO Visible Laundry Label

Die Label sind in unterschiedlichen Abmessungen und mit verschiedenen ICs lieferbar und gewährleisten Lesereichweiten von mindestens fünf Metern auch nach 250 Waschvorgängen. In der neusten Variante – als thermostabilisierte Visible Laundry Generation – behalten die Tags auch bei 80°C ihre Leistungsfähigkeit. Die kompakteste Bauform der Hard Tags startet bei einem Durchmesser von sechs Millimetern und einer Dicke von 0,5 Millimetern.

RFID Gate Software Solution

Softwareseitige Abbildung sämtlicher RFID-bezogener Wäschereiarbeitsschritte über die Middleware „RFID-Gate“. Die Middleware agiert als Schnittstelle zwischen RFID-Erfassungspunkten und den RFID-unterstützen Wäscherei- und Textilserviceprozessen. Performance-Daten werden gesammelt verdichtet, visualisiert und verwaltet bzw. übergeben.

Heiß-Patch-Equipment

Das Patchen bei hohen Temperaturen ist eine schnelle, sichere und kosteneffiziente Methode der dauerhaften Textilkennzeichnung. Bei Temperaturen zwischen 205 und 210 Grad Celsius werden textile UHF/HF-RFID-Transponder in zehn Sekunden auf Wäscheteile aufgebügelt. Das Patchen garantiert eine dauerhafte Verbindung, die 100 und mehr Wasch- und Mangelvorgänge übersteht.

Black Hole UHF-RFID Laundry Gate

Bis zu 1.500 Wäscheteile auf einem Trolley werden beim Durchschieben des Gates sicher erfasst. Die spezielle, geschützte Antennenstruktur gewährleistet die Identifikation jedes einzelnen Wäschetransponders quasi im „Durchschreiten“ ohne die Notwendigkeit einer geschlossenen Kammer. Der Warenfluss muss nicht unterbrochen werden.

Container-Transponder

Je nach Prozessanforderung stellt Tagitron anwendungsspezifische Container-Transponder zur Verfügung. Die Frequenz – HF oder UHF – ist ebenso frei wählbar wie die Beschriftung, beispielsweise mit einem Barcode. Die Erfassung des Trolley-Bestandes wir so auch beim Einsatz unterschiedlicher AutoID-Technologien sichergestellt.

Black Hole UHF RFID Laundry Tunnel

Der RF-geschirmte UHF-RFID-Reader-Tunnel ist ideal geeignet für die Integration in bestehende Fördersysteme innerhalb einer Wäscherei. Bei gleichmäßiger Durchlaufgeschwindigkeit gewährleistet die lückenlose Erfassung von Textilstapeln mit bis zu 100 Einzelteilen im Tunnel. Nach Anforderung ist auch die Realisierung eines HF-RFID-Tunnels mit vergleichbarer Erfassungsleistung möglich.

Quelle: RFID im Blick, Spezialausgabe Wäscherei 2020

Niklas Van Bocxlaer
Niklas Van Bocxlaer
Exhibition Manager
Lüneburg bei Hamburg, Deutschland
Anja Van Bocxlaer
Anja Van Bocxlaer
Chefredakteurin und Konferenzmanagerin
Lüneburg, Deutschland
Jan Phillip Denkers
Jan Phillip Denkers
Stellvertretender Chefredakteur
Lüneburg, Deutschland
Vanessa Tan
Vanessa Tan
Redakteurin
Lüneburg, Deutschland
Cookies are necessary to provide you with our services. By continuing your visit on the website, you consent to the use of cookies.
More information Ok