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Fraunhofer Spin-off Logistikbude revolutioniert das Ladungsträger-Tracking

Fraunhofer Spin-off Logistikbude revolutioniert das Ladungsträger-Tracking. Bild: Logistikbude

Fraunhofer Spin-off Logistikbude revolutioniert das Ladungsträger-Tracking

Ladungsträger mit neuer Softwarelösung einheitlich nachverfolgt!

Paukenschlag für die Logistikbranche: das Fraunhofer Spin-off Logistikbude hat eine neue, technologieoffene Softwareapplikation für die Rückverfolgung von Ladungsträgern konzipiert. Im Januar 2022 wurde diese erfolgreich am Markt eingeführt. Ladungsträgertracking mit Auto-ID Technologie kostengünstig und einfach zur Verfügung zu stellen ist der Unternehmensanspruch.

Inzwischen setzen neun Unternehmen die Lösung des Technologie-Startups ein. Mehrere hunderttausend mengengebuchte Ladungsträger und zehntausende individuell getrackte Ladungsträger werden mit der Software verwaltet. Logistikbude-Mitbegründer und CEO Dr. Philipp Wrycza spricht im Interview mit RFID im Blick über die Funktionen, die Vorteile, und den Ursprung der Software.

Getaggte Ladungsträger werden genau nachverfolgt.

Getaggte Ladungsträger werden genau nachverfolgt.

Wie funktioniert die Logistikbude?

Die Softwareapplikation aggregiert Standort- und Sensordaten gekennzeichneter Ladungsträger, verarbeitet und visualisiert diese. Die Besonderheit: Die Software nutzt eine offene Schnittstelle für die Datenübertragung. Sowohl Daten aus proprietären Systemen als auch standardisierte Daten können verarbeitet werden – einschließlich Auto-ID Technologien wie Barcode, QR-Code und RFID sowie aktiven Sensoren und IoT-Trackern. Der Transportweg getaggter Ladungsträger wird genau nachverfolgt.

Das Tracking von Standardladungsträgern sowie von Sonderladungsträgern ist möglich. Für jeden Ladungsträger wird ein Label generiert und in der webbasierten Software eine Akte angelegt. Label oder Tracker werden auf den Ladungsträgern appliziert. Mit einer Smartphone-App können die Barcodes oder QR-Codes der Ladungsträger zum Beispiel am Wareneingang erfasst werden. Dadurch werden erstmals Mengenbuchungen, also der klassischen „Palettentausch“, mit serialisiertem Tracking von Ladungsträgern zu einer Lösung für das Ladungsträger-Management kombiniert. Die dabei erzeugten Kennzahlen und Zustandsdaten werden in Echtzeit übermittelt und visualisiert.

Für jeden Ladungsträger wird ein Label generiert.

Für jeden Ladungsträger wird ein Label generiert.

Nachverfolgung und Zustandsüberwachung von Ladungsträgern

Die Software besteht aus mehreren Modulen, die unterschiedliche Funktionen wie das Bestandsmanagement, das Tracking und Tracing, die Verheiratung von Ware auf Ladungsträgern oder die Interpretation von Sensordaten übernehmen. Daten wie Temperatur- und Schockwerte sowie Positions- und Bewegungsdaten können verarbeitet und in einen logistischen Prozess wie Verladung oder Transport überführt werden.

Daraus entstehen Prozessvisualisierungen, welche Logistikern helfen, konkrete Fragen zu beantworten: Wo befindet sich welcher Bestand? In welchem Zustand sind die Ladungsträger? Wo sammelt sich Leergut? Welche Lieferanten und Kunden sind anfällig für Schwund? Wo wird der Transport verlangsamt? Die Software erzeugt auf Basis der Daten automatisierte Reaktionen und proaktive Alarme, wie zum Beispiel eine Aufforderung zur Leergutrückgabe. Das Ziel dabei ist, dass sich Unternehmen so wenig wie möglich um Ladungsträger kümmern müssen und sich stattdessen auf ihr Kerngeschäft fokussieren können.

Dank der Prozessvisualisierung ist der Standort eines jeden Ladungsträgers genau einsehbar.

Dank der Prozessvisualisierung ist der Standort eines jeden Ladungsträgers genau einsehbar.

Anwenderfreundliche Software für alle Akteure der Logistikkette

Neben der webbasierten Software gehört auch eine Smartphone App zur Lösung der Logistikbude. Diese ist für Android und iOS verfügbar und läuft zudem auch auf Industriescannern. Alle Kunden nutzen eine einheitliche Softwareinstanz. Eine unternehmenseigene Infrastruktur wird nicht benötigt. Die Ladungsträgerbestände und -bewegungen sind auf einem gemeinsamen Tauschkonto für Logistikpartner einsehbar.

Die anwenderfreundliche Innovation überzeugt nicht nur die Kunden: 2022 wurde Logistikbude in der Kategorie „Digitalisierung“ mit dem Deutschen Verpackungspreis des DVI ausgezeichnet. „Der infrastrukturlose Ansatz reduziert für jeden Akteur der Logistikkette die Einstiegshürden in die Verwaltung und das Management von Mehrweg-Verpackungen und optimiert den Einsatz sowohl von Vollgut als auch Leergut. Die Softwarelösung überzeugt durch die Einfachheit, Technologieoffenheit und insbesondere den Out-of-the-box Ansatz“, so das Urteil der Jury.

Doch wie kam es zu der Entwicklung der Logistikbude? Wie kam es zur Namensfindung? Und welche weiteren Vorteile erzielen Logistiker mit dem Einsatz der Software? All dies erklärt Logistikbude-CEO Dr. Philipp Wrycza im Interview.

Die Labels können einfach mit einem Smartphone gescannt werden.

Die Labels können einfach mit einem Smartphone gescannt werden.

Interview mit Philipp Wrycza

Herr Wrycza, wie ist die „Logistikbude“ entstanden?

Philipp Wrycza: Ausgangssituation war die Beobachtung, dass jedes Unternehmen ein eigenes System für das Ladungsträgermanagement einsetzt – zum Beispiel mit Barcodes, QR-Codes, RFID, IoT-Trackern oder mit einer Kombination dieser Technologien. Doch warum sollten nicht alle Logistiker ein einheitliches System nutzen können? Dies war der Grundgedanke, nach dem die Logistikbude entwickelt wurde - ein einheitliches, möglichst einfaches System für die Ladungsträgerverwaltung.

Welche Bedeutung steckt hinter dem Namen „Logistikbude“?

Wrycza: Im Ruhrgebiet ist mit Bude meistens ein Kiosk gemeint. Man geht hin, nimmt sich was man braucht, und ist in wenigen Minuten fertig mit dem Einkauf. Dieses Anwendungsmuster ist auch der Anspruch der Logistikbude: Logistiker sollen ohne langen Schulungen oder Umsetzungsprojekte auf die Software zugreifen und sie nutzen können. Die Auto-ID Technologie sowie die Cloud- und KI-Technologie für die Ladungsträgerverwaltung ist komplex. Unsere Software übernimmt diese komplexen Prozesse und liefert Logistikern leicht verständliche, aufbereitete Informationen.

Allein in Europa werden etwa 20 bis 30 Prozent der 5 Millionen Ladungsträger wie Paletten nicht genutzt.

Allein in Europa werden etwa 20 bis 30 Prozent der 5 Millionen Ladungsträger nicht genutzt.

Welche Vorteile erzielen Logistiker mit dem Einsatz der Software?

Wrycza: Klare Vorteile sind die genaue Bestands- und Zustandsübersicht sowie die Kostenreduzierung. Unternehmen sprechen oft über Anschaffungskosten, Palettenpreise und Stahlpreise wenn es um Ladungsträger geht. Doch bei der Frage: „Wie viele Ladungsträger haben wir im Bestand, und wo befinden sie sich?“ wissen viele oft keine Antwort. Hier macht Technologie den entscheidenden Unterschied: die Visualisierung zeigt genau, wie viele Ladungsträger sich wo befinden. Schwund wird effektiv vermieden, sodass weniger häufig neue Ladungsträger zugekauft werden müssen. Dies ist besonders für hochwertige Ladungsträger sinnvoll.

Wie hoch ist das Einsparungspotential?

Wrycza: Allein in Europa gibt es etwa 5 Millionen Mehrwegladungsträger wie Gitterboxen, Europaletten, Kisten, Gestelle und Tanks. Davon sind etwa 20 bis 30 Prozent Leergut, welche nicht ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Mit der Software können diese sinnvoller eingesetzt werden und eine Kostenersparnis erzielt. Zusätzlich werden weniger Ressourcen für den Bau neuer Ladungsträger aufgewendet – ein wichtiger Schritt für mehr Nachhaltigkeit in der Logistikbranche.

Anja Van Bocxlaer
Anja Van Bocxlaer
Chefredakteurin und Konferenzmanagerin
Lüneburg, Deutschland
Vanessa Tan
Vanessa Tan
Redakteurin & Marketing Manager
Lüneburg, Deutschland
Friedrich Matthias Jung
Friedrich Matthias Jung
Redakteur
Lüneburg, Deutschland
Rena Garbe-Emden
Rena Garbe-Emden
Graphics Specialist
Lüneburg, Deutschland
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