Auf über drei Milliarden Euro summiert sich jedes Jahr der wirtschaftliche Schaden im deutschen Einzelhandel, der durch Ladendiebstähle von Kunden, Mitarbeitenden, Lieferanten und Servicekräften verursacht wird. (Bild: Adobe Stock)

Inventurdifferenzen im Einzelhandel verhindern

Mit neuster Technologie und gezieltem Training gegen den Warenschwund

Ladendiebstähle verursachen im deutschen Einzelhandel jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Sicherungsmaßnahmen wie der Einsatz von elektronischen Artikelsicherungssystemen und die gezielte Schulung von Mitarbeitenden helfen nicht nur die Verluste zu reduzieren, sondern auch den Umsatz zu steigern.

Ein Beitrag von Checkpoint Systems.

Der Einzelhandel befindet sich täglich im Spannungsfeld zwischen dem Einsatz neuster technologischer Möglichkeiten – um nicht den Anschluss an die Online-Konkurrenz zu verpassen – und dem Beibehalten der Vorteile eines stationären Geschäfts: dem direkten Kontakt mit dem Kunden und der persönlichen Interaktion, auf die nach wie vor viel Wert gelegt wird. Ziel ist es immer, das Einkaufserlebnis für den Kunden so perfekt wie möglich zu gestalten.

"Ladendiebstähle verhindern ein solches ideales Einkaufserlebnis. Finden Kaufinteressierte einen bestimmten Artikel nicht, verschieben sie den Kauf oder wechseln das Geschäft, was den Kauf weiterer Produkte verhindert. Artikel, die laut Bestandsübersicht noch im Geschäft vorhanden sein sollten, aber zwischenzeitlich gestohlen wurden, sind so für den Händler doppelt bitter”, erklärt Miguel Garcia Manso, Warensicherungsexperte von Checkpoint Systems. „Denn zum wirtschaftlichen Schaden kommen unzufriedene potenzielle Käufer hinzu.”

Schutz vor „High Thefts“

Auf über drei Milliarden Euro summiert sich jedes Jahr der wirtschaftliche Schaden, der durch Ladendiebstähle von Kunden, Mitarbeitenden, Lieferanten und Servicekräften verursacht wird. Die neusten Zahlen zur Entwicklung der Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel werden auf dem jährlich stattfindenden EHI Inventur- und Sicherheitskongress in Köln (25. und 26. Juni 2019) vorgestellt.

Der Handel rüstet sich gegen die Diebstähle: Viele Händler installieren an ihren Eingängen elektronische Artikelsicherungssysteme (EAS-Systeme), die auf korrespondierende Sicherheitsetiketten an den Produkten reagieren.

“Diese Etiketten lösen beim Verlassen des Geschäfts einen Alarm aus, sollten sie nicht wie vorgesehen an der Kasse deaktiviert worden sein”, beschreibt Garcia Manso die Funktionsweise. “Wir beobachten in den letzten Jahren branchenübergreifend einen Trend hin zur Sicherung besonders diebstahlgefährdeter Produkte.”

Das sind in einem Elektromarkt zum Beispiel Smartphones, in Baumärkten hochpreisige Elektrowerkzeuge und im Lebensmitteleinzelhandel die Spirituosen. Wer es auf diese Produkte abgesehen hat, wird in der Fachsprache meist als „High Theft“ bezeichnet, dem es nicht mehr um kleine Gelegenheitsdiebstähle geht. Das EHI-Institut schätzt, dass wertmäßig etwa ein Viertel der Diebstähle auf organisierte Banden bzw. organisierte Kriminalität entfällt.

Statt hinter verschlossenen Vitrinen können die besonders diebstahlgefährdeten Produkte durch die elektronische Artikelsicherung offen präsentiert werden, was den Abverkauf steigert. Im Durchschnitt gab der Einzelhandel in Deutschland 2017 über 1,35 Milliarden Euro für Präventionsmaßnahmen aus – und 2018 ist nach Angaben des EHI-Instituts mit einer Steigerung des Budgets zu rechnen.

Unsichtbare Sicherung dank RFID

Während einige Händler auf Abschreckung durch offen sichtbare EAS-Antennen oder Überwachungskameras setzen, wünschen sich andere eine weitestgehend unsichtbare Warensicherung.

“Radiofrequenzbasierte oder kurz RFID-basierte Sicherheitssysteme können sowohl Überkopf – an der Decke – als auch unterhalb des Bodens installiert werden und sind damit beinahe unsichtbar, im Unterschied zu den klassischen, optisch auffälligen Antennen im Eingangsbereich eines Ladens“, sagt Garcia Manso. „Einzelhändler haben dadurch mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Eingangsbereich.“

Wichtig bei der Installation von Warensicherungssystemen ist immer deren Alltagstauglichkeit. Die täglichen Arbeitsabläufe des Ladens sollten durch das höhere Sicherheitslevel nicht beeinträchtigt werden. “Warensicherung ist eine Partnerschaft zwischen Hersteller und Einzelhändler. Die Lösungen müssen ablauforientiert sein und den Arbeitsalltag nicht komplizierter machen”, erklärt Garcia Manso.

Wachsames Auge

Zusätzlich zur technischen Komponente spielt auch die Schulung der Mitarbeitenden eine Schlüsselrolle, um Ladendiebstähle zu minimieren.

“Am wirkungsvollsten ist bei der Diebstahlprävention eine Kombination aus moderner Technologie und aufmerksamen, gut geschulten Mitarbeitenden”, sagt Garcia Manso. “In den Trainings sollte nicht nur der Umgang mit EAS-Systemen Thema sein, sondern auch das typische Vorgehen organisierter Banden besprochen werden. Wer die Muster kennt, kann entsprechend reagieren.”

Häufig kommen beispielsweise sogenannte “Booster Bags” zum Einsatz: mit Aluminiumfolie ausgekleidete Taschen, die das Signal von EAS-Antennen der älteren Generation am Eingangsbereich stören können.

Neben der Abschreckung und Schadensvermeidung können moderne Warensicherungssysteme noch mehr: Als Teil der digitalen Strategie eines Ladens können sie zum Bestandsmanagement eingesetzt werden und ermöglichen eine Lagerbestandskontrolle in Echtzeit. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.

“Händler können damit die Chancen der Digitalisierung nutzen und ihre Kunden durch Omnichannel, Click & Collect oder intelligente Displays am Point of Sale begeistern und langfristig binden”, so Garcia Manso.

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