AS321X ist eine passive UHF-RFID-Chipfamilie, die eine analoge Sensorschnittstelle und interne Sensoren integriert. (Picture: Asygn)

Sensordaten mit herkömmlicher UHF-Hardware erfassen

Landing Page: https://www.asygn.com/as3211

Chip-Designer Asygn präsentiert einen passiven UHF-RFID-Sensorchip, der in jeder bestehenden RFID-Applikation einsetzbar sein soll.

Das 2008 gegründete Unternehmen Asygn konzentrierte sich auf das Design von ICs für Sensoren und Sensorschnittstellen im RF-Umfeld. Die gesammelten Erfahrung in diesem technologischen Umfeld hat das Unternehmen in einen ersten, eigene UHF-RFID-Chip einfließen lassen, der als vollwertiger Sensor in zahlreichen Applikationen eingesetzt werden kann.

Im September 2019 soll die Serienproduktion einer ersten Variante des AS321X-Chip starten.

RFID im Blick sprach mit Nicolas Delorme, CTO, und RFID-Projektmanager Lionel Geynet von Asygn über die Entwicklung, die Anwendungsmöglichkeiten und die nächsten Schritte der Weiterentwicklung.

Anja Van Bocxlaer
Anja Van Bocxlaer
Chefredakteurin
Lüneburg bei Hamburg, Deutschland
Jan Phillip Denkers
Jan Phillip Denkers
Stellvertretender Chefredakteur
Lüneburg, Deutschland

Das Rad nicht neu erfinden – sondern optimieren

UHF-Sennsor-Tags sind keine bahnbrechende Neuheit auf dem Markt. Jedoch verfügen erhältlich Lösungen entweder über zu geringe Reichweiten bei der Erfassung oder benötigen spezielle Hard- und Software, um Sensordaten auslesen und verarbeiten zu können, berichtet Lionel Geynet:

„Das gab für uns den Anstoß, einen UHF-Chip zu designen, der sowohl die klassische Funktion eines ID-Mediums, als auch eines Sensors erfüllt. Ziel der Entwicklung war, dass der Chip Messungen ohne zusätzliche Energiequelle vornehmen kann und zur Kommunikation lediglich Standard-RFID-Hardware benötigt.“

Temperatursensor embedded plus analoge Schnittstelle

Die erste Variante des AS321X-Chip, dessen Serienproduktion im September 2019 anlaufen soll, verfügt über einen im Silizium des Chips eingebetteten Temperatursensor sowie eine Schnittstelle für die Verbindung zu anlogen, externen Sensoren zur Erfassung von Messwerten wie Dehnung, Feuchte oder Beschleunigung.

„Der Chip kann die erfassten Sensordaten in digitale Informationen umwandeln und an den Reader übertragen, solange er sich im Lesefeld befindet. Die Übertragung nimmt nur wenige Millisekunden in Anspruch. Reichweiten von vier bis fünf Meter stellen aktuell kein Hindernis dar“, so Lionel Geynet.

Weitere Sensorik soll direkt auf dem Chip verfügbar werden

„Eine zweite Variante, die sich aktuell im Entwicklungsstatus befindet, wird weitere direkt im Silizium eingebettete Sensoren haben. Er wird Sensorwerte wie Lichteinfall, Beschleunigung oder Kontakte erfassen können, ohne das dafür ein externer Sensor notwendig sein wird“, erläutert Nicolas Delorme. Beide Chip-Varianten benötigen keine speziellen Kommandos, um Sensorwerte zu erfassen.

Interessant für Automotive, Logistik und Handel

Unternehmen aus der Automobilindustrie testen bereits die ersten Muster. Ziel sei es, so Nicolas Delorme, eine lückenlose Zustandsüberwachung von Bauteilen zu erreichen.

„Hersteller und After-Sales-Parts-Verkäufer müssen eine gleichbleibende Qualität über viele Jahre garantieren. Mit UHF-RFID-Tags basierend auf dem AS321X-Chip lässt sich beispielsweise die Temperatur oder andere Umgebungsbedingungen von Teilen messen. Komponentenfehler nach dem Montage- und Endbearbeitungsprozess zu identifizieren. Zahlreiche weitere Anwendung wie beispielsweise die Erkennung von Lecks durch eine Druckabfall sind ebenfalls realisierbar.“

Kosten werden abhängig vom Volumen sein

„Selbstverständlich werden die Preise für den AS321X-Chip über denen von handelsüblichen UHF-Chips liegen. Bei Stückzahlen im Bereich von 10.000 produzierten Einheiten kämen wir auf einen Stückpreis von wenigen Euro. Da der AS321X aber problemlos überall da eingesetzt werden kann, wo bereits eine UHF-Infrastruktur besteht und es keine zusätzliche Hardware noch Software benötigt, sehen wir das Potenzial für Millionen an Chips – pro Anwendungsbereich. Diese reichen von der Kühlketten Überwachung in der Logistik bis hin zur Bauteilkontrolle in der Lauffahrtindustrie“, so Lionel Geynet.


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